amazon.com


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Amazon.com, Inc.
Unternehmensform Corporation
ISIN US023135106
Gründung 1994
Unternehmenssitz Seattle, Washington, USA
Unternehmensleitung

Jeff Bezos

Mitarbeiter 17.000 (2008)
Umsatz 14,84 Mrd. US-Dollar (2007)
Branche Internethandel
Produkte

Amazon.de
A9.com
Alexa Internet
Amazon S3
IMDb
Mobipocket.com

Website Amazon.com
Amazon.de
Amazon.at

amazon.com (Aussprache [amaˈʦoːn] bzw. [ˈæməzən]) ist ein US-amerikanisches Social-Commerce-Versandhaus, das Bücher, elektronische Bücher (E-Books), CDs, DVDs, Musik, Video, Elektronik und Foto-Artikel, Software, Computer- und Videospiele, Küchen- und Haushaltsgeräte, Sport- und Freizeitartikel, Spielwaren, Uhren und Schmuck, Drogerieartikel und Zeitschriften verkauft. Zudem betreibt es einen postalischen DVD-Verleih. Über die integrierten Verkaufsplattformen Marketplace und z-Shops können auch Privatpersonen oder andere Firmen neue und gebrauchte Produkte anbieten.

Nach eigenen Angaben hat Amazon die weltweit größte Auswahl als Internet-Marktführer für Bücher, CDs und Videos. Er setzte 2006 26 Prozent mehr als im Vorjahr um (10,7 Milliarden Dollar); auf den Auslandsmärkten wie Deutschland: 28 Prozent plus. Der Jahresgewinn fiel auf 190 Millionen Dollar (Vorjahr: 359 Millionen Dollar).

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Firmenname bezieht sich auf den südamerikanischen Strom Amazonas – der Verweis auf den stark verzweigten und wasserreichsten Strom der Erde sollte die angestrebte Vormachtstellung, mit Hilfe vieler Partner, im Internet-Handel versinnbildlichen und wird englisch [ˈæməzən] ausgesprochen; allerdings wird in Deutschland der Name der Firma eingedeutscht [amaˈʦoːn] gesprochen.

Das neue Versandhaus in Leipzig (Oktober 2006)
Logistikzentrum in Bad Hersfeld

Geschichte

1994 gründete Jeff Bezos das Stammhaus (die US-amerikanische Mutterfirma Amazon.com). Sie ging im Juli 1995 online. Mit Übernahme der Firma Telebook Inc. (Inhaberin der deutschen ABC Bücherdienst GmbH, dem damals führenden deutschen Internet-Versandbuchhändler und Online-Pionier) übernahm Amazon im Oktober 1998 den Verkauf in Deutschland via Tochter Amazon.de. Die deutsche Firmenzentrale ist in München, das Distributionslager in Bad Hersfeld und der Kundendienst in Regensburg. Ebenfalls 1998 erfolgte die Übernahme von Bookpages Limited und der Filmdatenbank Internet Movie Database. Mitte August 2006 nahm Amazon in Leipzig ein weiteres Versandlager mit ca. 300 Arbeitsplätzen in Betrieb. Seit August 2008 wird an dem neuen Logistikzentrum in Bad Hersfeld gearbeitet. Hier entsteht auf einem 24 Hektar großen Grundstück, direkt an der Autobahnausfahrt 32 (Bad Hersfeld) an der Bundesautobahn 4, das größte Lager von Amazon in Europa mit einer Fläche von 95.000 Quadratmeter[1].

Die deutschsprachige Internetseite Amazon.de betreibt Amazon EU S.a r.l. in Luxemburg. Die Entwicklungsabteilung der Amazon.de-Website in München wurde Mitte 2004 geschlossen und ein Großteil der Mitarbeiter entlassen. Länderspezifische Anpassungen nehmen nun die britische Tochter Amazon.co.uk in Slough oder direkt Amazon.com in Seattle vor.

Amazon ließ sich den Vorgang der Bestellung mit nur einem Klick (US-Patent # 5.960.411), die auf der Cookie-Technik basiert, in den USA patentieren. Die Firma verklagte in den USA erfolgreich andere Unternehmen, auf deren Webseiten ebenfalls Produkte mit nur einem Klick bestellt werden konnten, obwohl Cookies ihrerseits ursprünglich die Firma Netscape entwickelt hatte und es sich bei der One-Click-Technik nach verbreiteter Meinung um ein so genanntes Trivialpatent handelt. In Deutschland ist eine solche Patentierung nicht zulässig.

Seit Mai 2008 besitzt die deutsche Amazon-Seite ein neues Design, das laut Unternehmen übersichtlicher und einfach zu bedienen ist. Auch die internationale Amazon-Seite hat das selbe Design, zumindest im europäischen Raum. Im amerikanischen Raum wird das Layout schon länger verwendet.

Leistungen

Über ein Partnerprogramm, auf das Amazon in den USA ebenfalls das allerdings nie ausgeübte Patentrecht besitzt, können Betreiber einer Webseite Links zu Amazon setzen, die rückverfolgbar sind, und erhalten bei Kaufabschluss eine Provision. Ergänzend zum Partnerprogramm bietet Amazon seit Sommer 2002 den Zugriff auf seine Produktdatenbank über den Amazon Web Service, einen Webservice an.

Neben dem klassischen Buchverkauf bietet Amazon seit einiger Zeit auch Auktionen und den privaten oder kommerziellen Verkauf von gebrauchten oder neuen Waren an. Diese Angebote über Amazon sind als Alternativen zu dem „offiziellen“ Amazon-Produkt (Amazon Marketplace) aufgelistet und erwirtschaften den Hauptanteil des Betriebsergebnisses. Pro verkauftem Artikel behält Amazon eine Provision von 15 Prozent des Verkaufspreises (zzgl. USt) und zusätzlich 1,14 Euro sowie eine von Produktgruppe und Käuferland abhängige Versandtransaktionsgebühr, bei Büchern nach Deutschland beispielsweise 1,16 Euro zzgl. Ust. Diese Gebühr wird von Amazon auch in dem Fall berechnet, wenn der Artikel privat verkauft (und versendet) wird.

Daneben gibt es weitere Hilfsmittel für Anbieter von Artikeln. Amazon Advantage gibt Unternehmen und natürlichen Personen die Möglichkeit, ihre Produkte über den Amazon-Produktkatalog zu offerieren. Den Versand erledigt die Amazon Logistik GmbH on demand (auf Nachfrage). Im Gegensatz zu Amazon Marketplace (wo der Verkäufer den Versand und die Logistik organisiert) nimmt Amazon vom Anbieter die Artikel in Kommission und lagert sie im Logistikzentrum. Die Artikel werden im „normalen“ Amazon-Katalog geführt, d. h. nicht über die anderen verfügbaren Plattformen wie Shops, Auktionen oder den Marketplace. Auch der DVD-Verleih ist möglich.

Populär wurde Amazon u. a. auch durch den Einsatz so genannte Recommendation Engines („Kunden, die Produkt A gekauft/gesucht haben, haben auch B gekauft!“).

Seit 2005 bot Amazon den DVD-Verleih an. Ab Mitte September 2006 startete es den Verkauf von FSK-18-DVDs, einen Verleih von nicht jugendfreien Titeln plante das Versandhaus zunächst nicht. 2008 verkaufte Amazon diese Sparte an LoveFilm.[2] Der DVD-Verleih über Amazon.de wurde am 11. Juli 2008 eingestellt, die bisherigen Nutzer mussten ihr Konto zu LoveFilm transferieren.[3]

Als Erweiterung der Kunden-Rezensionen gibt es seit Januar 2007 das Produkt-Wiki „Amapedia“.[4]

Amazon.com betreibt auch die Einzelhandelsportale für Firmen und Organisationen wie Target, die NBA, Sears Canada, Bebe Stores, Timex, Marks & Spencer, Mothercare und Lacoste. Seit 2. November 2005 ist im Rahmen der Amazon Web Services die Betaversion des neuen Internetservices Amazon Mechanical Turk freigeschaltet: ein Marktplatz für einfache Arbeiten über das Internet.

Auf der amerikanischen Amazon-Seite kann man mithilfe des Amazon Honor System Spendenseiten einrichten, auf denen direkt durch die seiteneigene Kaufabwicklung bezahlt wird. Amazon behält Transaktionsgebühren pro Zahlungsvorgang. Es ist geplant, diesen Service in weiteren Ländern anzubieten.

Anfang August 2007 startete Amazon eine Beta der Online-Bezahlfunktion Flexible Payments Service (FPS).[5]

Seit 2007 ist es für Webseitenbetreiber möglich, sich einen eigenen Amazon-Shop zu erstellen. Hinter Amazon astore verbirgt sich ein neues Affiliate-Programm, mit dem sich Webseitenbetreiber den Amazon-Shop mit ausgewählten Produkten oder ganzen Produktkategorien direkt auf die eigene Internetseite holen können.

Am 25. September 2007 startete der Online-Händler mit der öffentliche Beta-Phase des Musik-Downloadshops Amazonmp3 in den USA. Die mehr als zwei Millionen Titel von über 180.000 Interpreten der Partner EMI, Universal und zahlreichen Independent-Labels werden DRM-frei im MP3-Format mit 256 kBit/s angeboten. Mit dem Verzicht auf einen Kopierschutz können die MP3-Dateien auf nahezu allen digitalen Musik-Playern abgespielt und ohne Einschränkung auf CD gebrannt werden. Ausgewählte Songs enthalten Wasserzeichen, die die Dateien als Amazon-Music kennzeichnen. Die Einzeltitel kosten zwischen 89 und 99 US-Cent, Alben zwischen 5,99 und 9,99 US-Dollar. Eine Software zur Organisation der Downloads ist für Windows XP, Vista und Mac OS X erhältlich. Mit dem MP3-Dienst geht Amazon den Wettbewerb mit Apple und seinem iTunes Store ein.

Seit November 2007 gibt es auch in Deutschland eine jährliche Versandkostenpauschale (Amazon Prime) für 29 Euro (in den USA seit 2005: 79 US-Dollar (51 Euro)).

Weltweite Verbreitung

Amazon betreibt neben dem Hauptgeschäft zahlreiche weitere Websites wie beispielsweise die Suchmaschinen A9.com, Alexa Internet und die Filmdatenbank IMDb.

Börsendaten

  • Insgesamt gibt es 413.4 Millionen Aktien von Amazon.com (Stand 24. Oktober 2007)
  • Der Wert des Unternehmens betrug am 17. März 2008 rund 17,6 Milliarden Euro.
  • Der Kurs der Amazon-Aktie betrug am 23. Oktober 2008 genau 36,68 EUR.
  • Gründer Jeff Bezos besitzt rund 24,74% der Aktien.

Kritik

Gewerkschaften und ehemalige Mitarbeiter haben Kritik an den gezahlten Löhnen sowie den Arbeitsbedingungen geäußert.[6]

Verlage und Kritiker werfen Amazon vor, dass es seine Marktmacht dazu missbraucht, um hohe Rabatte zu fordern. Andererseits würde das Unternehmen aber weniger Services bereitstellen als konventionelle Buchhändler. Diese aggressive Preispolitik führte zum Beispiel dazu, dass der Diogenes-Verlag seine Bücher nicht mehr über Amazon vertreiben ließ. [7]

Literatur

  • Thomas Brochhagen, Ulrich Wimmeroth: Das große Buch. Erfolgreich Geld verdienen mit Amazon. Data Becker 2003, ISBN 3-81582-526-1
  • Robert Spector: amazon.com. Get Big Fast. Jeff Bezos und die Revolution im Handel. Deutsche Verlags-Anstalt 2000, ISBN 3-421-05425-8
  • James Marcus: amazonia. Fünf Jahre im Epizentrum der E-Commerce-Revolution. Schwarzerfreitag Verlag 2006, ISBN 3-937623-24-8

Weblinks

siehe auch

Einzelnachweise

  1. http://www.boersenblatt.net/253426/ Amazon baut Logistikzentrum in Bad Hersfeld
  2. http://www.heise.de/newsticker/meldung/102941
  3. http://www.cinefacts.de/news/news.php?newsid=12538
  4. Torsten Kleinz: Online-Enzyklopädie: Amazon kopiert Wikipedia. In: Focus vom 28. Januar 2007
  5. http://docs.amazonwebservices.com/AmazonFPS/2007-01-08/GettingStartedGuide/ Amazon Flexible Payments Service Getting Started Guide
  6. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,420030,00.html Selbst Lidl zahlt besser
  7. http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E9D6A543D350B4D108A01D94E48C1A776~ATpl~Ecommon~Scontent.html Diogenes traut sich was gegen Amazon






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