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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Bremen (Begriffsklärung) aufgeführt. |
| Wappen | Karte |
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| Wahlspruch | |
buten un binnen – wagen un winnen (draußen und drinnen – wagen und gewinnen) Inschrift über dem Portal des Schütting, Motto der Bremer Kaufleute |
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| Basisdaten | |
| Bundesland: | Freie Hansestadt Bremen |
| Fläche: | 325,42 km² |
| Einwohner: | 548.477 (April 2008) (858.488 mit Agglomeration) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.685 Einwohner/km² |
| Arbeitslosenquote: | 10,0% (Oktober 2008) |
| Höhe: | 11,5 m ü. NN Bezugspunkt: Roland |
| Postleitzahl: | 28001–28779 (alte PLZ 2800 und 2820) |
| Telefonvorwahl: | 0421 |
| Geographische Lage: | 53° 5′ N, 8° 48′ O53.0758777777788.80731111111117Koordinaten: 53° 5′ N, 8° 48′ O Bezugspunkt: Roland |
| Kfz-Kennzeichen: | HB-A 1 bis HB-Z 999, HB-AA 1 bis HB-ZZ 999 |
| Amtliche Gemeindekennzahl: | 04 0 11 000 |
| UN/LOCODE: | DE BRE |
| NUTS: | DE501 |
| Gliederung des Stadtgebiets: | 5 Bezirke mit 23 Stadtteilen |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Am Markt 21 28195 Bremen |
| Website: | www.bremen.de |
| Politik | |
| Bürgermeister und Präsident des Senats: |
Jens Böhrnsen (SPD) |
| Regierende Parteien: | Koalition aus SPD und GRÜNEN |
| Bremische Bürgerschaft (Stadtbürgerschaft): | SPD 27 Sitze CDU 18 Sitze GRÜNE 13 Sitze Die Linke 6 Sitze FDP 4 Sitze |
Die Stadtgemeinde Bremen ist die Hauptstadt des Landes „Freie Hansestadt Bremen“ (meist kurz auch „Bremen“). Zu diesem Zwei-Städte-Staat gehört neben der Stadtgemeinde Bremen noch die 60 Kilometer nördlich gelegene Stadtgemeinde Bremerhaven. Bremen ist die zehntgrößte Stadt Deutschlands. Die Stadt ist Mittelpunkt der Europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg, einer von insgesamt elf Europäischen Metropolregionen in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Bremen liegt zu beiden Seiten der Weser, etwa 60 Kilometer vor deren Mündung in die Nordsee. In Höhe der Bremer Altstadt geht die Mittelweser in die Unterweser über, die ab dem Bremer Hafengebiet zur Seeschifffahrtsstraße ausgebaut ist. Die von der Ochtum durchzogene Landschaft links der Unterweser wird als Wesermarsch bezeichnet, die Landschaft rechts der Unterweser gehört zum Elbe-Weser-Dreieck. Die Lesum, Wümme, Hamme, die Vegesacker und die Blumenthaler Aue bilden von hier aus die Zuflüsse der Weser.
Das Stadtgebiet ist etwa 38 Kilometer lang und 16 Kilometer breit. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 136,5 Kilometer. Bremen ist nach Fläche (siehe: Liste der flächengrößten Städte und Gemeinden Deutschlands) und Einwohnern (siehe: Liste der Großstädte in Deutschland) die zehntgrößte Stadt Deutschlands und die größte Stadt in Nordwestdeutschland.
Bremen liegt etwa 50 Kilometer südöstlich von Oldenburg (Oldenburg), 110 Kilometer südwestlich von Hamburg, 120 Kilometer nordwestlich von Hannover, 100 Kilometer nördlich von Minden und 105 Kilometer nordöstlich von Osnabrück.
Die Stadt Bremen (548.477 Einwohner) ist ganz von niedersächsischem Staatsgebiet umschlossen. Im Westen grenzen die kreisfreie Stadt Delmenhorst (75.672 Einwohner) sowie der Landkreis Wesermarsch (93.725 Einwohner) mit den Gemeinden Lemwerder, Berne und Elsfleth an, im Norden der Landkreis Osterholz (112.587 Einwohner) mit den Gemeinden Schwanewede, Ritterhude und Lilienthal, im Osten der Landkreis Verden (134.084 Einwohner) mit den Gemeinden Ottersberg, Oyten, Achim und im Süden der Landkreis Diepholz (215.648 Einwohner) mit den Gemeinden Weyhe, Stuhr und der Stadt Syke. Diese Ansammlung von Gemeinden wird als „Speckgürtel“ bezeichnet, da ein Großteil ihrer Einwohner Einkünfte im Bundesland Bremen bezieht, aber Einkommensteuer, Grundsteuer und andere Abgaben an den Staat in Niedersachsen bezahlt. Die nächstgrößeren Städte im Umkreis von etwa 50 km sind im Westen die Stadt Oldenburg (158.600 Einwohner) und im Norden die Seestadt Bremerhaven (116.672 Einwohner). Aus dem Raum um Bremen, einer Agglomeration von 1.511.198 Einwohnern (858.488 im Verdichtungsraum) pendeln etwa 115.000 Arbeitnehmer[1] täglich nach Bremen, das sind etwa 48 % der in Bremen Beschäftigten. Allerdings geht der Steuerabfluss nicht nur in eine Richtung: Umgekehrt pendeln tausende Bremerinnen und Bremer zu ihren Arbeitsplätzen in die prosperierenden Gewerbegebiete im niedersächsischen Umland.
→ Hauptartikel: Bremer Ortsteile
Das Stadtgebiet Bremens ist in fünf Stadtbezirke und diese in 23 Stadtteile eingeteilt. Für Verwaltungsaufgaben sind die 23 Stadtteile zu 17 Ortsämtern zusammengefasst. Die 23 Stadtteile sind für statistische Zwecke weiter in Ortsteile mit eigenem Namen unterteilt, die weitgehend auf historisch gewachsene Bezeichnungen zurückgehen.
Für 22 Stadtteile ist auf kommunalpolitischer Ebene ein Beirat zuständig, der alle vier Jahre von den Bürgern direkt gewählt wird und mehrmals im Jahr öffentlich tagt. Die Befugnisse des Beirats sind ähnlich beschränkt wie bei der Bezirksversammlung oder Bezirksverordnetenversammlung anderer Stadtstaaten.
Zur Stadt Bremen gehört auch das etwa 8 km² große stadtbremische Überseehafengebiet, für das jedoch die Stadt Bremerhaven auf Grund eines Vertrages mit der Stadt Bremen als Gemeindeverwaltung zuständig ist. Dies wurde in der Verfassung für die Stadt Bremerhaven (§ 8 VerfBrhv) verankert.
Die Bundeswasserstraße der Weser, die durch die Innenstadt fließt, stellt eine geschichtlich gewachsene Grenze dar: So wird noch heute in vielen Bezeichnungen unterschieden zwischen "links der Weser" (südliches Stadtgebiet) und "rechts der Weser". Geographisch, historisch und für das Alltagsleben bedeutsam ist die Grenze zwischen Bremen-Stadt und Bremen-Nord entlang der Lesum, einem Nebenfluss der Weser. Südlich der Lesum ist Marsch, das Werderland, nördlich davon Geest, die Bremer Schweiz. Die politische Grenze des Stadtbezirks Bremen-Nord liegt allerdings etwas weiter südlich. Ein weiterer Nebenfluss der Weser, die Ochtum, bildet die natürliche südliche Grenze der Stadtgemeinde Bremen.
In der Stadt Bremen gibt es insgesamt 17 Naturschutzgebiete. Zu den größten gehören die Borgfelder Wümmewiesen (677 ha), die Ochtumniederung (375 ha), das Hollerland (293 ha) und das Werderland (242 ha).
Die Innenstadt liegt auf einer Weserdüne, die am Bremer Dom eine natürliche Höhe von 11,5 m ü. NN erreicht; der höchste Punkt mit 14 m ü. NN liegt östlich davon in den Wallanlagen auf dem ehemaligen künstlich angelegten Theaterberg[2]. Die mit 32,5 m ü. NN höchste natürliche Erhebung in der heutigen Stadtgemeinde Bremen befindet sich dagegen im Friedehorstpark des nordwestlich gelegenen Stadtteils Burglesum. Noch höher ist nur der Berg der Mülldeponie in Bremen-Blockland, dessen Gipfel 49 m ü. NN liegt.
Bremen liegt in der gemäßigten Zone mit deutlichen maritimen Einflüssen. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 16,8 °C und der kälteste der Januar mit 0,8 °C. Die Niederschläge fallen über das ganze Jahr verteilt. Im Laufe eines Jahres fallen durchschnittlich 693,9 mm Niederschlag, meist als Regen, nur selten als Schnee. Bremen gehört zu den schneeärmsten Städten Deutschlands. Im Durchschnitt liegt in Bremen an weniger als fünf Tagen im Jahr Schnee. Im Herbst kann es zu Stürmen und Unwettern kommen, dabei können auch Sturmfluten auftreten.
→ Siehe auch: Hochwasser in Bremen
→ Hauptartikel: Geschichte der Stadt Bremen
Zwischen dem 1. und dem 8. Jahrhundert n. Chr. entstanden an der Weser erste Siedlungen, die auf einer langen Düne Schutz vor Hochwasser und gleichzeitig guten Zugang zu einer Furt boten. Bereits 150 n. Chr. erwähnte der alexandrinische Geograph Claudius Ptolemaeus eine dieser Siedlungen (Fabiranum, auch Phabiranum geschrieben).
Als Bischofsstadt und Kaufmannsiedlung reicht Bremens Geschichte bis ins 8. Jahrhundert zurück. Die Stadt wurde 787 von Karl dem Großen zum Bischofssitz erhoben, war aber zunächst noch unsicheres Missionsgebiet. So schrieb der Missionar Willehad 782: „… hat man uns aus Bremen vertrieben und zwei Priester erschlagen.“
Seit 845 Erzbistum, erlebte Bremen dann unter Erzbischof Adalbert von Bremen (1043–1072) seine erste Blüte. Mit dem Gelnhauser Privileg Kaiser Friedrich Barbarossas von 1186 wurde Bremen freie Reichsstadt.
1260 trat die Stadt der Hanse bei, war in ihr aber zeitweise ein unsicherer Bündnispartner. Die schnell zu wirtschaftlicher Bedeutung gelangende Stadt schüttelte die weltliche Herrschaft der Bischöfe ab und errichtete als Zeichen ihrer Freiheit den Roland (1404) und ihr Rathaus (1409) auf dem Bremer Marktplatz.
Zum Schutz des zwischen 1574 und 1590 angelegten Weserhafens wurde am Westufer der Weser die befestigte Neustadt angelegt. Die Weser versandete zunehmend. Für die Handelsschiffe der Bremer Kaufleute wurde es immer schwieriger, an der seit dem 13. Jahrhundert als Hochseekai genutzten Schlachte anzulegen. Von 1619 bis 1623 bauten deshalb im flussabwärts gelegenen Vegesack niederländische Konstrukteure den ersten künstlichen Hafen Deutschlands. In der Zeit des Absolutismus im 17. und 18. Jahrhundert war die Reichsunmittelbarkeit der Stadt bedroht. Bremen musste Geldzahlungen leisten und territoriale Konzessionen machen, um sie sich 1637, 1646 (Linzer Diplom von Kaiser Ferdinand III.) und 1741 (2. Stader Vergleich mit dem Kurfürstentum Hannover) bestätigen zu lassen.
1783 begannen Bremer Kaufleute einen direkten Transatlantikhandel mit den USA. Im Jahre 1802 beauftragte die Stadt den Landschaftsgärtner Isaak Altmann, die frühere Stadtbefestigung in die heutigen Wallanlagen umzugestalten. 1811 ließ Napoleon Bremen besetzen und integrierte es als Hauptstadt des Départements des Bouches du Weser in den französischen Staat. Nach ihrer Niederlage in den Befreiungskriegen verließen die französischen Truppen 1814 Bremen.
Im 19. Jahrhundert hatte Bremen wesentlichen Anteil an der Entwicklung des deutschen Überseehandels. Auf der Werft von Johann Lange wurde 1817 das erste in Deutschland gebaute Dampfschiff hergestellt. Das Schiff „Die Weser“ verkehrte als Passagier- und Postschiff zwischen Bremen, Vegesack, Elsfleth und Brake, später auch Geestemünde bis 1833. Wegen der zunehmenden Versandung der Weser wurde 1827 die Siedlung Bremerhaven als Bremer Außenposten auf einem vom Königreich Hannover angekauften Grund angelegt. Den Vertrag zum Erwerb des Hafengeländes unterzeichneten am 11. Januar 1827 Friedrich Franz Dieterich von Bremer und der Bremer Bürgermeister Johann Smidt[3]. Mit der 1836 von der Bremer Staatsregierung für herausragende Verdienste um das Gemeinwesen gestifteten Bremischen Ehrenmedaille in Gold wurde Smidt 1843 ausgezeichnet.
Die Aufhebung der Torsperre 1848 schaffte Raum für die industrielle Entwicklung der Stadt. Seit 1847 hatte Bremen Anschluss an die Königlich Hannoversche Staatsbahn. 1853 begann – nach großzügiger Eindeichung des umliegenden Marschlandes – die bis ins 20. Jahrhundert für Bremen typische Reihenhausbebauung der Vorstädte mit sogenannten Bremer Häusern.
1857 erfolgte in Bremen die Gründung der Norddeutschen Lloyd, später auch anderer Schifffahrtgesellschaften. Wegen seiner Seehäfen blieb Bremen auch als Teilstaat des 1870/71 gegründeten Deutschen Reiches zunächst noch Zollausland und trat erst 1888 dem Deutschen Zollverein bei. Darum wurde beim Bau der 1870 fertiggestellten Hamburg-Venloer Eisenbahn eine Güterstrecke an Bremen vorbei gebaut. 1886 bis 1895 wurde durch eine großzügige Korrektur der Fahrrinne die Schiffbarkeit der Weser für Seeschiffe bis Bremen gesichert. Die Stadt entwickelte sich zum bevorzugten Umschlagplatz für vielerlei Waren. 1890 fand auf dem Gelände des Bremer Bürgerparks die Nordwestdeutsche Gewerbe- und Industrieausstellung statt. Die wirtschaftliche Entwicklung Bremens schritt in der Weimarer Republik fort. Auf dem Flughafen begannen 1920 Linienflüge. 1928 wurde die Columbuskaje in Bremerhaven eingeweiht. Von hier ausgehend gewann später das Passagierschiff Bremen des Norddeutschen Lloyd das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung. Mit der wirtschaftlichen Bedeutung wuchs auch die Einwohnerzahl beträchtlich.
1939 verlor Bremen Bremerhaven, das mit dem preußisch-hannoverschen Wesermünde vereinigt wurde[4]. Das stadtbremische Gebiet wurde dafür um Bremen-Nord (dort gehörte nur Vegesack schon vorher zu Bremen), Hemelingen und Arbergen vergrößert.
Im Zweiten Weltkrieg erlitten Bremen und Wesermünde (Bremerhaven) schwere Zerstörungen. Insbesondere der Bremer Westen mit seiner Werftindustrie und dem Flugzeugbau war häufig Ziel alliierter Luftangriffe. Insgesamt wurden bei 173 Luftangriffen auf die Stadt 62 % der städtebaulichen Substanz zerstört.
1945 besetzten US-amerikanische Streitkräfte die Stadt. Bremen mit Bremerhaven wurde amerikanische Exklave im Küstengebiet der britischen Besatzungszone. Von 1945 bis 1965 war Wilhelm Kaisen Präsident des Senats. 1947 gaben sich die Bremer Bürger die Verfassung der Freien Hansestadt Bremen. 1949 wurde Bremen ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
Die Vergangenheit konnte sich im Baubestand durch Restaurierung oder Wiederaufbau nur bedingt gegenüber dem modernen Städtebau behaupten. Vor allem um den Marktplatz sind repräsentative alte Gebäude erhalten geblieben oder restauriert worden. Den Eindruck eines mittelalterlichen Altstadtquartiers vermittelt nur noch der Schnoor, das einstige Fischerviertel.
2004 wurden das Rathaus und das Wahrzeichen der Stadt, der steinerne Bremer Roland, zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
→ Hauptartikel: Einwohnerentwicklung der Stadt Bremen
Mit Beginn der Industrialisierung nach 1750 setzte in Bremen ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lag die Einwohnerzahl der Stadt 1812 bei rund 35.000, so überschritt diese schon 1875 die Grenze von 100.000, wodurch Bremen zu einer Großstadt wurde. 1911 hatte die Stadt 250.000, bis 1956 wurden es sogar mehr als eine halbe Million Einwohner. 1969 erreichte die Einwohnerzahl der Stadt mit 607.184 ihren historischen Höchststand. Seitdem ist die Bevölkerungszahl wieder gesunken. Seit wenigen Jahren hat sich dies aber wieder gewandelt: Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Bremen 546.852, am 1. November 2006 dann bereits 548.477 Einwohner.
Die Volksvertretung des Landes Bremen ist die Bremer Bürgerschaft, welche von den Bürgern auf vier Jahre gewählt wird. Die Wahl erfolgt dabei nach dem Verhältniswahlrecht in zwei getrennten Wahlbereichen, wobei 67 Abgeordnete in Bremen und 16 Abgeordnete in Bremerhaven gewählt werden. Die im Wahlbereich Bremen gewählten Abgeordneten bilden gleichzeitig das Kommunalwahlparlament der Stadtgemeinde Bremen, die Stadtbürgerschaft[5], während die Stadtgemeinde Bremerhaven ein separates Kommunalparlament wählt.
An der Spitze der Stadt und Landesverwaltung steht die Bremer Landesregierung, der Senat. Präsident des Senats und Bürgermeister ist seit dem 8. November 2005 Jens Böhrnsen (SPD). Auch der Stellvertreter des Präsidenten des Senats wird als Bürgermeister bezeichnet. Dem Bremer Senat als Landesregierung gehören gegenwärtig sieben Mitglieder (5 SPD, 2 Bündnis 90/Die Grünen) an.
Die Mitglieder des Senats (Senatoren) sind sowohl den Ministern der Flächenländer wie auch den Dezernenten anderer Großstädte vergleichbar. Sie leiten für das Land ihre Landesbehörden und für die Stadt Bremen die ihrem Fachbereich zugehörigen kommunalen Behörden.
→ Siehe auch: Liste der Bremer Bürgermeister | Liste der Bremer Senatoren | Liste der Justizsenatoren von Bremen | Liste der Finanzsenatoren von Bremen | Liste der Innensenatoren von Bremen | Liste der Wirtschaftssenatoren von Bremen | Liste der Arbeitssenatoren von Bremen | Liste der Bausenatoren von Bremen | Liste der Fraktionsvorsitzenden der Bremischen Bürgerschaft | Wahlergebnisse und Senate in Bremen
→ Hauptartikel: Bremer Wappen
Das Wappen der Hansestadt Bremen zeigt auf rotem Grund einen schräg nach rechts aufgerichteten, mit dem Bart nach links gewandten silbernen Schlüssel gotischer Form („Bremer Schlüssel“). Auf dem Schild ruht eine goldene Krone, welche über dem mit Edelsteinen geschmückten Reif fünf Zinken in Blattform zeigt („Mittleres Wappen“). Beim Kleinen Wappen wird lediglich der Schlüssel ohne Krone abgebildet. Das große Wappen hingegen hat darüber hinaus noch eine Konsole beziehungsweise ein bandartiges Fußgestell, auf dem der Schild ruht. Der Schild wird von zwei aufgerichteten rückwärts schauenden Löwen mit den Vorderpranken gehalten.
Der Schlüssel ist das Attribut des Apostels Petrus, des Schutzpatrons des Bremer Doms. Er taucht als Wappensymbol bereits 1366 im Stadtsiegel Bremens auf. Im Laufe der Geschichte veränderte sich die Form des Schlüssels mehrmals. Auch zeigte das Stadtwappen teilweise den Heiligen Petrus mit dem Schlüssel. Die Formen außerhalb des Wappenschildes veränderten sich ebenfalls mehrmals. So erscheinen etwa die Löwen erstmals 1618 auf dem großen Wappen. In seiner heutigen Form geht das Wappen auf die Wappenordnung von 1891 zurück.
Im Bremer Volksmund wird eine Verbindung zum Wappen der Stadt Hamburg hergestellt, indem spöttisch gesagt wird: „Hamburg ist das Tor zur Welt, aber Bremen hat den Schlüssel dazu.“
Die Flagge ist mindestens achtmal rot und weiß gestreift und am Flaggenstock gewürfelt. Sie wird umgangssprachlich auch als Speckflagge bezeichnet.
Die Staatsflagge enthält in der Mitte das Flaggenwappen mit Schlüssel und drei Löwen. Die Dienstflagge führt nur das Schlüsselwappen. Bremen hat wie viele Reichsstädte und auch Österreich die Farben Rot und Weiß des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Bremen unterhält Städtepartnerschaften mit zehn Städten. Die älteste Städtepartnerschaft wurde 1976 mit Danzig (Polen) vereinbart. Ein Jahrzehnt danach folgten rasch aufeinander Riga (damals Sowjetunion, heute Lettland, 1985), Dalian (Volksrepublik China, auch 1985), Rostock (damals DDR, 1987), Haifa (Israel, 1988), Bratislava (damals Tschechoslowakei, heute Hauptstadt der Slowakei, 1989) und Corinto (Nicaragua, 1989). Später wurden Partnerschaften mit İzmir (Türkei, 1995) und Windhoek (Namibia, 2001) geschlossen.
Die Handelskammer Bremen vertritt die Interessen der Bremer Kaufmannschaft. Sie hat ihren Sitz im Schütting.
Besondere Bedeutung hatte für Bremen immer schon der Außenhandel. Auch wenn der Schwerpunkt des Warenumschlags in der Hafengruppe Bremen/Bremerhaven inzwischen in Bremerhaven liegt, hat Bremen daran durch das stadtbremische Überseehafengebiet Bremerhaven noch Anteil. Die Palette der verschiedenen Handelsgüter, die hier im- und exportiert werden, erstreckt sich von Fisch-, Fleisch- und Molkereiprodukten über traditionelle Rohstoffe wie die an der Bremer Baumwollbörse gehandelte Baumwolle, Tee, Reis und Tabak bis hin zu Wein und Zitrusfrüchten. Während der Hafenumschlag von der halbstaatlichen BLG Logistics Group vorgenommen wird, sind in den Kontoren Großhändler wie C. Melchers, Otto Stadtlander und Atlanta zu finden. Bremen ist ein wichtiger Standort der Automobil-, Schiffbau-, Stahl-, Elektronik- und Nahrungsmittelindustrie. Das Unternehmen Daimler AG ist der größte private Arbeitgeber der Stadt und fertigt in seinem Mercedes-Benz-Werk in Bremen, das bis 1963 der Borgward GmbH gehörte, unter anderem die Automodelle der C-Klasse, das T-Modell und den Roadster SL. Darüber hinaus haben sich zahlreiche Zulieferunternehmen in unmittelbarer Nähe angesiedelt. Das größte von ihnen ist die Hella Fahrzeugkomponenten GmbH aus der Hella-Gruppe.
Schiffbau- und Stahlindustrie haben in den vergangenen Jahrzehnten einen Strukturwandel durchgemacht. Viele Unternehmen, darunter die beiden großen Werften AG Weser und Bremer Vulkan, haben ihn nicht überlebt; die Stahlwerke Bremen wurden von Arcelor (seit 2006: ArcelorMittal) übernommen. Die Luft- und Raumfahrtindustrie hingegen hat sich mit gewandelt und prägt heute Bremen als Dienstleistungs- und High-Tech-Standort. So entwickelte sich an der Universität in den letzten Jahren einer der größten deutschen Technologieparks, in dem aktuell rund 6.000 überwiegend hochqualifizierte Menschen Beschäftigung finden. Die Endmontage der Airbusflügel findet in Bremen statt, bei Unternehmen der EADS- und OHB-Technology-Gruppen entstehen Module und Bauteile für weltraumtaugliche Laboratorien, Trägerraketen und Satellitensysteme. Rheinmetall und Atlas Elektronik entwickeln in Bremen Elektronik für militärische und zivile Anwendungen.
Bremen hat eine führende Position in der Lebensmittelbranche. Neben der bekannten Brauerei Beck & Co. haben hier Kellogg’s und Kraft Foods eine Niederlassung, Vitakraft und Nordmilch ihren Hauptsitz.
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Der Schütting, Haus der Handelskammer Bremen |
Umschlag von Stahlprodukten im stadtbremischen Neustädter Hafen |
Beck’s Brauerei in der Bremer-Neustadt |
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Stahlwerk von ArcelorMittal von der Weserseite |
Lürssen Werft, Sitz in Bremen-Vegesack, Produktion in Lemwerder |
→ Hauptartikel: Hafengruppe Bremen/Bremerhaven, Häfen (Stadtteil)
Die Schifffahrt hatte in Bremen über Jahrhunderte hinweg eine prägende Bedeutung. Trotz des Strukturwandels stellt sie auch heute noch einen wichtigen Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor dar. Zu den stadtbremischen Häfen zählen neben den Neustädter Häfen, die durch die Nähe zum Güterverkehrszentrum noch regelmäßig genutzt werden, auch die Handelshäfen, der Hohentorshafen, die Industriehäfen und die stadtbremischen Häfen in Bremerhaven. Für den Binnenschiffsverkehr existieren noch, vom Stadtzentrum aus flussaufwärts, der Werra-, der Fulda- und der Allerhafen. Auf dem Gelände des verfüllten Überseehafens und auf den Industriebrachen rundherum entsteht ein neues Viertel, die Überseestadt. Um auch bei immer größer werdenden Schiffen weiter am Seehandel teilhaben zu können, beteiligt sich Bremen zusammen mit dem Land Niedersachsen am Projekt JadeWeserPort in Wilhelmshaven, einem Hafen für größte Containerschiffe.
Im Süden Bremens befindet sich der internationale Flughafen Bremen-Neuenland. Das neue Flughafen-Terminal wurde nach Plänen des Architekten Gert Schulze 2001 eingeweiht. Um das Terminalgebäude entsteht seit 1995 ein Airport-Center. Das Passagieraufkommen lag im Jahre 2005 bei 1,74 Millionen Fluggästen und im Jahre 2006 mit 1,7 Millionen Fluggästen 2,4 Prozent unter Vorjahreswert. Zugleich sank die Zahl der Flüge 2006 mit 40.419 auf den niedrigsten Wert seit 1988. Im Jahr 2007 wurde mit 2,2 Millionen Fluggästen das bisher höchste Fluggastaufkommen erzielt, seitdem die Fluggesellschaft Ryanair von Bremen aus neue Ziele in Europa direkt anfliegt. Durch Einsatz größerer Maschinen und bessere Kapazitätsplanung ist die Zahl der Flüge trotz steigender Passagierzahlen seit 1965 nie über 60.000 im Jahr gestiegen. Es besteht nur ein beschränkter Nachtbetrieb, das letzte Flugzeug landet planmäßig um 23 Uhr, die meisten Starts finden daher in der Zeit zwischen 6 und 7 Uhr morgens statt. Der Flughafen kann über die Autobahn A 281 erreicht werden. Vom Hauptbahnhof führt eine Straßenbahn der Linie 6 direkt zum Terminal.
Bremen ist ein Eisenbahnknotenpunkt. Am Hauptbahnhof treffen die Hauptstrecken von Hamburg ins Ruhrgebiet, nach Bremerhaven, nach Hannover, nach Vegesack und nach Oldenburg (–Leer) aufeinander. Bremen ist über die ICE-Linie Bremen–München sowie über die IC-Linien Hamburg–Köln / Rollbahn (Eisenbahnstrecke) und Oldenburg–Leipzig in das Fernverkehrsnetz der DB eingebunden.
Der Rangierbahnhof im Stadtteil Gröpelingen wurde am 12. Juni 2005 als solcher stillgelegt, der örtliche Güterverkehr Bremens wird in dessen noch betriebenen Resten sowie an den Hafenbahnhöfen und am Werksbahnhof der Klöckner-Hütte (Arcelor Bremen) abgefertigt. Der ehemalige nordwestlich des Hauptbahnhofes gelegene Güterbahnhof ist abgebrochen worden. Durch den Ausbau des Container-Terminals in Bremerhaven ist jedoch wieder eine Zunahme des Güterverkehrs zu verzeichnen.
Im Regionalverkehr besteht ein S-Bahn-ähnlicher Vorortverkehr bis Bremerhaven, Bremen-Vegesack und Bremen-Farge, Rotenburg (Wümme), Twistringen, Oldenburg, Nordenham und Verden. Die Einrichtung einer S-Bahn ist geplant. Ferner bestehen schnelle RegionalExpress-Verbindungen nach Bremerhaven, Hannover, Hamburg, Osnabrück und Oldenburg–Norddeich Mole und eine RegionalBahn-Verbindung durch die Lüneburger Heide nach Uelzen (sogenannte „Amerikalinie“).
Der 1958 stark reduzierte und 1961 eingestellte Personenverkehr auf der 10 km langen Strecke der Farge-Vegesacker Eisenbahn in Bremen-Nord wurde im Dezember 2007 wieder aufgenommen. Hier verkehren Dieseltriebwagen der Betreiberin NordWestBahn im Halbstundentakt. Nach ihrer Elektrifizierung werden auf dieser Strecke durchgehende S-Bahnen von Bremen-Farge nach Verden verkehren. Gegenwärtig sind insgesamt 19 Bahnhöfe bzw. Haltepunkte für den Personenverkehr in Betrieb. Die Trassen der Haupteisenbahnstrecken in Bremen haben nach Angaben des Eisenbahnbundesamtes eine Gesamtlänge von 24 km[6].
Auch an das Fernstraßennetz ist Bremen gut angebunden: Das südliche Stadtgebiet Bremens wird von der Bundesautobahn A 1 Dortmund–Hamburg berührt. Im Südosten der Stadt, am Bremer Kreuz, wird die A 1 von der A 27 Hannover–Bremerhaven–Cuxhaven gekreuzt. Diese Autobahn führt nahezu durch das gesamte nördliche Stadtgebiet von Südosten nach Nordwesten. Im Norden führt die A 270 von der A 27 in Ihlpohl bis nach Blumenthal/Lüssum. In Gröpelingen ist der erste Teil der A 281 vom Dreieck Bremen-Industriehäfen bis Bremen-Grambke fertiggestellt. Auf der anderen Weserseite wurde mit dem Bau der A 281 begonnen; der Abschnitt vom Güterverkehrszentrum bis nördlich des Flughafens ist im Januar 2008 fertiggestellt worden[7]. Wahrzeichen der neuen Autobahnverbindung ist eine Schrägseilbrücke mit 50 m hohen Pylonen in der Nähe des Flughafens. Später sollen die beiden Teilstücke mit einem unter der Weser entlang führenden Tunnel verbunden werden, außerdem ist die Verlängerung bis zur A 1 vorgesehen. Damit wäre der Autobahnring um Bremen geschlossen, der die innerörtlichen Straßen von Durchgangsverkehr entlasten soll.
Westlich der Stadt beginnt in der Nähe von Delmenhorst die Autobahn A 28 in Richtung Oldenburg – Leer. 2004 begannen die Baumaßnahmen zum Lückenschluss zur A 1. Im Laufe des Jahres 2005 entstand auf Höhe der Anschlussstelle Delmenhorst-Ost der A 1 ein neues Autobahndreieck, das den Endpunkt der A 28 darstellt.
Außerdem führen die Bundesstraßen B 6 (in Nord-Süd-Richtung), B 74 und B 75 (in West-Ost-Richtung) durch Bremen.
Die Hauptverbindungsstraßen der Stadtteile für den Autoverkehr sind die im Jahre 1914 durch Beschluss der Bürgerschaft in Heerstraßen umbenannten Chausseen.
→ Hauptartikel: Nahverkehr in Bremen
Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) innerhalb des Stadtgebiets bedienen acht Straßenbahn- und 44 Buslinien der Bremer Straßenbahn AG (BSAG). Die meisten Ortsteile Bremens und einzelne niedersächsische Vororte sind mit einem dichten Takt an das ÖPNV-Netz angeschlossen. Für den Verkehr zwischen Bremen-Stadt und Bremen-Nord hat die Eisenbahn hohe Bedeutung. Es bestehen Bestrebungen, Straßenbahnlinien bis in das Umland zu verlängern und auf den bestehenden Eisenbahnstrecken den Takt zu verdichten, um die Vororte besser anzubinden.
Der Regionalverkehr wird durch Buslinien anderer Verkehrsbetriebe beziehungsweise Unternehmen betrieben. Sowohl Stadt- wie auch Regionalverkehrsunternehmen haben sich im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) zusammengeschlossen.
In Bremen enden bzw. beginnen der Radfernweg Hamburg–Bremen und der Radfernweg Bremen–Osnabrück (Brückenradweg). Zudem ist die Stadt eine wichtige Station auf dem Weserradweg, der die Weser von ihrem Entstehungsort bis nach Bremerhaven begleitet und ein beliebtes Urlaubsprogramm darstellt.
Unter den deutschen Städten mit über 500.000 Einwohnern hat Bremen mit über 22 % der Wege den größten Radverkehrsanteil. Der Radfahrtradition entsprechend hat es auch die meisten Radwegkilometer pro Einwohner unter den deutschen Großstädten, viele davon jedoch schlecht unterhalten oder in Straßen mit geringem Autoverkehr, so in Tempo-30-Zonen, wo Verkehrswissenschaftler heute Radwege ablehnen.[8] In puncto Fahrradwegweisung hinkt Bremen weit hinter vielen anderen Großstädten zurück.
Bremen ist Sitz von Radio Bremen, der kleinsten Rundfunkanstalt der ARD. Radio Bremen produziert diverse Fernsehsendungen im „Radio Bremen TV“ und betreibt vier Hörfunkwellen – eine davon gemeinsam mit dem NDR (Nordwestradio), eine weitere mit dem WDR (Funkhaus Europa). Als privates Pendant ist Energy Bremen in der Hansestadt mit einem Radioprogramm ansässig; zusätzlich gibt es im Sendegebiet die Radiosender Radio ffn und Hit-Radio Antenne mit lokalen Fenstern. Außerdem unterhalten die privaten Fernsehsender RTL und Sat1 Korrespondentenbüros in Bremen und produzieren von hier aus ein halbstündiges Regionalmagazin für Bremen und Niedersachsen. Beim Bürgerrundfunk Bremen können Bürgerinnen und Bürger aus Bremen kostenlos eigene Radio- und TV-Sendungen gestalten. Seit Anfang September 2007 gibt es in Bremen den privaten Fernsehsender center.tv. Dieser produziert täglich Live-Sendungen aus Bremen.
Als Tageszeitungen erscheinen der Weser-Kurier und die fast identischen Bremer Nachrichten, letztere ist, allerdings nur dem Titel nach, die drittälteste noch erscheinende Tageszeitung Deutschlands. Mit einer eigenständigen Ausgabe für den Großraum Bremen erscheint außerdem die Bild. Die eigenständige Bremen-Ausgabe der tageszeitung (taz) wurde aus finanziellen Gründen eingestellt und in die taz nord eingegliedert; diese umfasst neben der Mantelzeitung drei Seiten allgemeinen Regionalteil und eine Wechselseite jeweils für die Länder Bremen und Hamburg.
In Bremen erscheinen ferner drei Wochenblätter: der Bremer Anzeiger als Anzeigenblatt von Weser-Kurier und Bremer Nachrichten, der Weser-Report sowie in Bremen-Nord „Das BLV“. Mit „Bremer“, „Prinz Bremen“, „Bremen-Magazin“, „Mix“, „BIG Bremen“ und „Bremborium“ erscheint außerdem eine Reihe unabhängiger Stadtmagazine. Hinzu kommen die Kultur- und Gesellschaftszeitschriften „Foyer“ und „Brillant“ sowie zahlreiche kleinere Publikationen mit stark lokalem Charakter in einzelnen Stadtteilen.
Ferner sind alle großen Nachrichtenagenturen und die meisten großen Tageszeitungen Nordwestdeutschlands sowie zahlreiche Radiosender mit Korrespondentenbüros oder Regionalredaktionen vertreten.
Die vier staatlichen Krankenhäuser sind durch den Klinikverbund Gesundheit Nord gGmbH organisiert:
Darüber hinaus bestehen weitere Krankenhäuser:
Kleinere Spezialkliniken sind unter anderen die Roland-Klinik, die Kurfürstenklinik und die Klinik Dr. Heines.
Die meisten regional gegliederten deutschen Organisationen haben eine Niederlassung in Bremen. Bedingt durch die Bedeutung für den Außenhandel sind in Bremen auch etwa 40 Konsulate und Honorarkonsulate zu finden. Eine ungewöhnliche Einrichtung ist die Arbeitnehmerkammer Bremen, welche die Interessen der abhängig Beschäftigten wahrnehmen soll und zu der es außer im Saarland in keinem anderen Bundesland eine Entsprechung gibt.
Als bundesweit tätige Organisationen mit Zentrale in Bremen sind die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club zu nennen. Weitere öffentliche Einrichtungen sind:
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In Bremen gibt es die staatliche Universität Bremen, die staatliche Hochschule Bremen, eine staatliche Hochschule für Künste sowie die private Jacobs University Bremen. Darüber hinaus existieren zahlreiche außeruniversitäre Institutionen und Forschungseinrichtungen. Bremen wurde vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zur „Stadt der Wissenschaft 2005“ (bei 36 deutschen Städten als Mitbewerber) gewählt.
Traditionell war Bremen in allen Bereichen der Ver- und Entsorgung weitgehend autonom. Steigende Anforderungen an die Versorgungsqualität haben diese Autonomie nach 1945 zunächst verbessert und nach 1995 erneut beschränkt.
Die Entnahme von Trinkwasser aus der Weser wurde mit zunehmender allgemeiner Verschmutzung und wegen starker Einleitung von Abraumsalz (NaCl) in die Werra im Laufe der 70er Jahre eingestellt. Heute kommt das Trinkwasser ausschließlich aus lokalen Tiefbrunnen (Blumenthal), aus Brunnen der Harzwasserwerke (Ristedt) sowie über weitere Brunnen von Wasserversorgern im Norddeutschen Raum. Brauwasser für die berühmten lokalen Biere kommt mit eigener Leitung ausschließlich aus der Harzversorgung. Vorübergehend konnte von 1935 bis in die 1960er Jahre auch Wasser aus der Sösetalsperre vom Harz über eine Fernleitung bis nach Bremen gefördert werden.
Infolge der Siedlung in Überflutungsgebieten konnte die Volkswirtschaft seit dem 18. Jahrhundert lediglich eine Mischwasser-Kanalisation leisten. In den alten Siedlungsgebieten wird Abwasser aus Brauchwasser und Trinkwasser gemeinsam mit oberflächlich gesammeltem Regenwasser abgeführt. Das hat allemal den Vorteil guter Spülung der Kanäle nach zunehmender Sparsamkeit beim Wasserverbrauch. In neuen Siedlungsgebieten erfolgt die Entsorgung getrennt.
Große Teile des Stadtgebiets abseits der Domdüne und der Dünenkette an Weser und Lesum liegen unter dem Hochwasserpegel der Weser. Die Regenwasserentsorgung erfolgt daher seit dem 19. Jahrhundert durch Abpumpen. Nach Starkregen ergießt sich ein Teil des Wasseraufkommens ungeklärt in die Überläufe an Ochtum und Wümme.
Das Aufkommen an Bauschutt aus den Kriegszerstörungen kann bei jeder Tiefbaustelle wahrgenommen werden, kaum ein Bodenaushub ist frei von Ziegelresten. Heute wird das gesamte Aufkommen an Baustellenabfällen getrennt und verwertet. Sperrige brennbare Anteile werden in einer geregelten Deponie verklappt oder gebrochen und verfeuert.
Frühzeitig wurde in den 70er Jahren eine Anlage zur Müllverbrennnung errichtet, deren Benennung mehrere politisch motivierte Änderungen durchlaufen hat. Heute wird der Müll vor der Verbrennung durch Mischen auf konstanten Heizwert konditioniert. Die Universität Bremen wird komplett aus Müll beheizt.
Die Stadtwerke Bremen waren vor der Veräußerung an ein privates Energieversorgunsgunternehmen lediglich durch zwei Speisepunkte mit dem übrigen Verbundnetz verknüpft (Neuenlande und Farge). Heute existieren weitere Speisepunkte, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Das Energieaufkommen wird fast vollständig durch das Kraftwerk Hafen und die Verbundkraftwerke in Vahr, Hastedt sowie das Kraftwerk Farge (eon) bestritten. Zusätzlich wird als Besonderheit auf dem Gelände der Hütte Bremen (arcelor) ein Gichtgaskraftwerk betrieben, das wesentliche Energiemengen des Bahnstromverbrauchs (16 2/3 Hz) in der norddeutschen Tiefebene bestreitet.
In Zeiten der besonderen Aufmerksamkeit für Luftverschmutzung gewinnt ein Merkmal an Bedeutung: Die Umgebungsluft in Bremen wird zunächst fortlaufend durch die üblich vorherrschende Westwindlage bereinigt. Außerdem erfolgt durch den täglichen Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht nach Sonnenuntergang eine abendliche Einströmung warmer Meeresluft, welche die Luftqualität bis zum Morgen wieder auf Spitzenwerte bringt.
Mit ansteigender durchschnittlicher Erwärmung im Nordseebereich erweitert sich die Schönwetterzone bei Hochdrucklagen zunehmend von Ostfriesland und Oldenburg zunehmend nach Osten, so dass eine leichte Zunahme des Jahresmittels der täglichen Sonnenstunden zu verzeichnen ist (plus eine Stunde seit 1980).
→ Siehe auch: Liste der Denkmale und Standbilder der Stadt Bremen
Der Roland ist Mittelpunkt und Wahrzeichen der Stadt. Der originale Kopf des Roland ist im Focke-Museum ausgestellt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er aus Furcht vor Zerstörung durch Bombenangriffe durch eine Kopie ersetzt. Sein Blick ist auf den Dom St. Petri gerichtet, der für Besucher das Dom-Museum und den Bleikeller bereithält. Neben dem Roland steht das Rathaus, in dessen Ratskeller Wein serviert und verkauft wird. Roland und Rathaus gehören zum UNESCO-Welterbe. An der Westmauer des Rathauses sind die Bremer Stadtmusikanten, ebenfalls ein Wahrzeichen der Stadt, zu finden. Hier endet die Deutsche Märchenstraße. Es schließt sich die ehemalige Ratskirche Unser Lieben Frauen an.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes befindet sich der Schütting, das Haus der Kaufleute. Die Ostseite des Platzes nimmt das Gebäude der Bremischen Bürgerschaft ein, an der Westseite steht eine Reihe von vier Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Zwischen dem Schütting und der Bremer Baumwollbörse öffnet sich die Böttcherstraße, ein zwischen 1922 und 1931 entstandenes Gesamtkunstwerk. Sie führt zur Martinikirche an der Weser.
→ Siehe auch: Bremer Kirchengeschichte
Von den Bremer Kirchen aus der Zeit der Gotik ist durch den Zweiten Weltkrieg nur die Ansgarikirche nicht erhalten.
In Höhe der Martinikirche beginnt die Schlachte, die in den 1990er Jahren sanierte historische Uferpromenade mit zahlreichen gastronomischen Angeboten. Gegenüber auf der Halbinsel zwischen der Weser und der Kleinen Weser liegt der Teerhof, auf dem sich neben dem Museum Weserburg in den 1990er Jahren errichtete Wohnbebauung befindet. Etwas weseraufwärts steht das alte Wasserwerk (1873), welches auch als die „umgedrehte Kommode“ bezeichnet wird. Einige Kilometer flussabwärts war der Space Park im Stadtteil Gröpelingen zu finden, der im Dezember 2003 auf dem ehemaligen Gelände der Werft AG Weser eröffnet und nach einem Jahr wieder geschlossen wurde. Dessen Gebäude wird als Einkaufszentrum „Waterfront“ umgebaut.
Der Schnoor ist ein mittelalterliches Gängeviertel in der Altstadt Bremens und wahrscheinlich der älteste Siedlungskern. Das Quartier verdankt seine Bezeichnung dem alten Schiffshandwerk. Die Gänge zwischen den Häusern standen oft in Zusammenhang mit Berufen oder Gegenständen: So gab es einen Bereich, in welchem Seile und Taue hergestellt wurden (Schnur = Schnoor), und einen benachbarten Bereich, in dem Draht und Ankerketten gefertigt wurden (Wieren = Draht). Zahlreiche Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind noch erhalten und vermitteln einen romantischen Eindruck vom Leben in früheren Zeiten. In den Jahren 1856/57 wurde hier das Dienstgebäude der Landherren errichtet, und erst am 19. September 1945 wurde die Stellung des Landherren aufgehoben.
Aus der Zeit der Weserrenaissance sind in Bremen eine Anzahl von Gebäuden erhalten geblieben, u. a. zählen dazu: Das Bremer Rathaus (Kernbau aus der Gotik) von 1612 und der Schütting von 1538 – beide am Markt, die Stadtwaage von 1587 und das Essighaus von 1618 – beide in der Langenstraße – und das Gewerbehaus am Angariikirchhof von 1620.
Im 19./20. Jahrhundert wurden u. a. historisierend im Stil der Neorenaissance das Postamt 1 an der Domsheide (1879), die Bremer Baumwollbörse (1902) und die Bremer Bank am Domshof (1905) errichtet.
Weitere besonders sehenswürdige und auch ungewöhnliche Bauwerke sind u. a. die Wasserkunst „umgedrehte Kommode“ (1873) auf dem Stadtwerder, der als Kolonialdenkmal errichtete „Elefant“ (heute Antikolonialdenkmal) im Stadtteil Schwachhausen, das Haus des Reichs (1930) in der Bahnhofsvorstadt, das Aalto-Hochhaus (1962) in der Neuen Vahr, die Stadthalle (1964/2005) auf der Bürgerweide, und im Bereich der Universität Bremen der Fallturm (1990) des ZARMs und das „Universum“.
Das Bremer Haus ist ein Reihenhaustyp, der in England seine Wurzeln hat. Es war für alle sozialen Bevölkerungsgruppen und bestimmte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts den Wohnungsbau in Bremen – vor allem in Schwachhausen, Steintor, Ostertor und der Neustadt – bis in die 1930er Jahre.
Als Baudenkmäler in Bremen-Nord sind unter anderem in Vegesack das Hafenhaus am Vegesacker Hafen sowie einige Packhäuser aus dem 19. Jahrhundert, darunter das Kitohaus, zu nennen. Am Vegesacker Ufer der Lesum liegt außerdem das Schulschiff Deutschland. Sehenswert sind weiter das Schloss Schönebeck, die Wasserburg Haus Blomendahl sowie der U-Bootbunker Valentin im Ortsteil Farge.