Tagelöhner


Free Web Hosting with Website Builder

Ein Tagelöhner ist jemand, der keine feste Arbeitsstelle hat, sondern sich in der Regel immer wieder bei neuen Arbeitgebern in der Landwirtschaft um neue Hilfsarbeiten bemühen muss.

Der Name kommt daher, dass die Tagelöhner nicht stundenweise, sondern tageweise bezahlt wurden. Schon in frühester Zeit wurden in der Landwirtschaft Tagelöhner (auch Ackersmann, Plural: Ackersleute bezeichnet) gebraucht, um Arbeitsspitzen abzufangen (Aussaat, Ernte, Dreschen). Tagelöhner standen meist weit unten in der gesellschaftlichen Hierarchie. In einer mittelalterlichen Stadt waren immerhin 4% der Bevölkerung den Tagelöhnern zuzurechnen.

Als Instleute wurden vor dem ersten Weltkrieg (z.T. auch bis 1945) im Norden und Nordosten Deutschlands fest angestellte Tagelöhner bezeichnet, die neben dem Lohn noch ein Deputat erhielten. Der Instmann hatte oft noch auf eigene Kosten einen Scharwerker zu stellen, (Sohn oder Ehefrau mit entsprechender Zusatzentlohnung, dauernd oder saisonbedingt).

Bei der Weltausstellung 1851 in London erschienen neue „Ackerwerkzeuge“, darunter die Dampfdreschmaschinen, die seitdem in Deutschland Eingang fanden. Das hatte zur Folge, dass der Getreidedrusch in wenigen Wochen erledigt werden konnte. Zuvor hatte man die Getreideernte mit dem Dreschflegel ausgedroschen, was etwa 30 Wochen von Ende September bis Anfang Mai dauerte. Die Gutstagelöhner bekamen vom Drusch einen Teil des ausgedroschenen Korns und hatten eine Dauerbeschäftigung durch den Winter. Mit der Dreschmaschine wurden sie winterarbeitslos oder unterbeschäftigt und mussten bei anderer Beschäftigung einen geringeren Barlohn hinnehmen.

Der Begriff Tagelöhner ist heute nicht mehr üblich. In Deutschland spricht man heute in der Regel von Saisonarbeitskräften oder kurzfristig Beschäftigten. Diese stammen häufig aus Osteuropa und führen zumeist Erntearbeiten (Erdbeeren, Spargel, Gemüse, Wein, Äpfel und Beeren) aus. Der Stundenverdienst liegt bei etwa 5€ bis 6€.

In der Volksrepublik China sind die meisten Tagelöhner Bauern, zumeist aus entfernten Provinzen, die sich ohne abgesicherten Status in den Städten aufhalten, da sie über keine Niederlassungsbewilligung verfügen. Sie verdingen sich im Hoch- und Tiefbau und werden aufgrund ihres Status inadäquat bezahlt (vulgo ausgebeutet). Gleichwohl profitieren sie, da sie mehr Geld verdienen als in ihren heimatlichen Dörfern.

Siehe auch

Weblinks







Why are we here?
All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License
This page is cache of Wikipedia. History