
Unter Verschwendung versteht man im allgemeinen, die unsachgemäße Verwendung von Ressourcen, wie Geld (Geldverschwendung), Zeit (Zeitverschwendung) oder anderen Dingen, wie z.B. (die menschliche/technische) Kraft oder Energie. Dabei verhält man sich meistens unlogisch oder unpraktisch. Beispiele hierfür sind unnötige Ausgaben, unsachgemäßer Gebrauch von Betriebsmitteln usw. Man spricht auch von Verschwendungssucht bei übermäßiger Verschwendung.
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Verschwendung bezeichnet in Ökonomie oder Ökologie einen Vorgang, bei dem möglicherweise begrenzte Ressourcen unnötigerweise und nicht nutzbringend verbraucht werden. Der Begriff steht dabei im Zusammenhang mit einer Idee von Nutzen. Man spricht in den Wirtschaftswissenschaften von der Knappheit der Güter, was ein ökonomisches Handeln notwendig macht. Aufgrund dessen widerspricht das ökonomische Prinzip der Verschwendung von Ressourcen.
Neben dem ökonomischen Hauptziel der Gewinnmaximierung ist die Verschwendungsvermeidung also ein wichtiges Nebenziel. Die Verschwendungsvermeidung steht aber in einem Optimierungswettbewerb mit anderen ökonomischen Nebenzielen. Bei der Überlegung eine Ware von A nach B zu bringen, werden zu aller erst die Transportkosten und die Transportzeit bewertet. Der Ressourcenverbrauch (z.B. Energieverbrauch) wird leider häufig erst bei tatsächlicher Knappheit betrachtet und im Entscheidungsprozess berücksichtigt. Erst wenn der Ressourcenverbrauch einen Verknappungszustand erzeugt und als Folge der Preis für diese Ressource steigt, bekommt das Ziel Verschwendungsvermeidung stärkeres Gewicht.
Volkswirtschaftliches Ziel ist es eine geringstmögliche Verschwendung zu erreichen, da man Ressourcen schonen und einsparen sollte. Deshalb werden in modernen Industriestaaten heute Maßnahmen ergriffen, um Energie zu sparen und mit Rohstoffen sorgsam umzugehen, um einer Verschwendung vorzubeugen, beispielsweise Wärmedämmung. Der Bund der Steuerzahler untersucht die Verschwendung von Steuergeldern. Zur Bekämpfung der Steuermittelverschwendung lag dem Deutschen Bundestag seit dem 10. Oktober 2005 eine Internetpetition mit dem Antrag vor, den Straftatbestand der Amtsuntreue einzuführen. Der Petition hatten sich 3.413 Mitunterzeichner angeschlossen. Der Deutsche Bundestag ist durch Beschluss vom 24. Mai 2007 einer sechsseitigen Empfehlung des Petitionsausschusses gefolgt, der mit dem Schlußsatz endet: "Aus den (in der Empfehlung) genannten Gründen kann der Petitionsausschuss die Anliegen (der Petenten) insgesamt nicht unterstützen und empfiehlt deshalb, das Petitionsverfahren abzuschließen." Dieses Ergebnis hat der Deutsche Bundestag daraufhin beschlossen.
Die sieben Arten der Verschwendung in der Produktion: Auch in der modernen Produktionstechnik spricht man von Verschwendung. Abgleitet vom Lean Gedanken, der dem Toyota Produktionssystem (TPS) entspringt, unterteilt man in sieben Arten der Verschwendung bei der Herstellung oder Veredelung von Produkten.
Diesen Verschwendungen möchte man mit modernen Methoden zur (teilw.) kontinuierlichen Verbesserung (Kaizen, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, KVP) zu Leibe rücken. Dabei kommen u.a. folgende Methoden zum Einsatz:
Das Toyota Produktionssystem wird inzwischen auch auf andere Wirtschaftsbereiche übertragen (z.B. Banken, Verwaltungen, etc.). Im Rahmen der Anpassungen werden dann beispielsweise neue/ andere Arten der Verschwendung definiert.
Auch in Philosophie und Kunst existieren Ideen des (Sich-)Verschwendens, wobei Verschwendung hier positiver gesehen und im Zusammenhang mit Überschuss, Altruismus, dem Heiligen, der Gabe und der Subjektivität diskutiert wird, wie beispielsweise bei Georges Bataille (vgl. auch Potlatch).
Im Rahmen der persönlichen Lebensführung kann ein ausgeprägtes Streben, über den eigentlichen Bedarf hinaus neue Besitztümer zu erlangen, ebenfalls als Verschwendung verstanden werden. Insbesondere dann, wenn die Realisierung dieses Strebens die eigene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit übersteigt, kann sich darin ein Suchtverhalten manifestieren (s. a. Kaufsucht).
Neuerdings, im Jahre 2008, hat sich die evangelische Fastenaktion "7 Wochen ohne" [1] dazu entschlossen, die Passions- und Fastenzeit dieses Jahres unter das Motto : Verschwendung. Sieben Wochen ohne Geiz! zu stellen. Die Teilnehmer der Aktion verpflichten sich freiwillig, sieben Wochen auf Geiz zu verzichten und sich in "positiver Verschwendung" zu üben. Diese Aktion der EKD wird von prominenten Politikern unterstützt, unter ihnen auch die Bundeskanzlerin, Angela Merkel.
Verschwendung als Idee gilt allgemein als negativ, irrational, unmoralisch und wird mit Reichtum, Dekadenz und Überfluss assoziiert. Diese Ansicht ist u.a. in einem protestantisch-calvinistischen Denken begründet, das den Genuss und das Zurschaustellen von Reichtum ablehnt.
Angehörigen von Fürstenhäusern und Staatsoberhäuptern ist im Laufe der Geschichte immer wieder der Vorwurf der Verschwendung gemacht worden. Obwohl umstritten ist, ob diese Kritik in seinem Fall sachlich berechtigt ist, wird insbesondere Ludwig XVI. von Frankreich auch heute noch damit in Zusammenhang gebracht. In jüngerer Zeit hat sich vor allem Jean-Bédel Bokassa, der im Jahr 1979 abgesetzte Kaiser des Zentralafrikanischen Kaiserreiches, mit diesem Vorwurf konfrontiert gesehen.
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