Wolgograd


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Stadt
Wolgograd
Волгоград
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Südrussland
Oblast Wolgograd
Bürgermeister Roman Grebennikow
Gegründet 1589
Frühere Namen Zarizyn, Stalingrad
Stadt seit 1780
Fläche 565 km²
Höhe des Zentrums 80 m
Bevölkerung 986.400 Einw. (Stand: 2007)
Bevölkerungsdichte 1746 Ew./km²
Zeitzone UTC+3 (Sommerzeit: UTC+4)
Telefonvorwahl (+7)8442
Postleitzahl 400000–400138
Kfz-Kennzeichen 34
OKATO 18401
Webseite http://www.volgadmin.ru
Geographische Lage
Koordinaten: 48° 42′ N, 44° 29′ OKoordinaten: 48° 42′ 0″ N, 44° 29′ 0″ O
Wolgograd (Russland)
DEC
Liste der Städte in Russland

Wolgograd (russisch Волгоград  anhören ?/i, bis 1925 Царицын/Zarizyn  anhören ?/i, von 1925–1961 Сталинград/Stalingrad  anhören ?/i) ist eine russische Großstadt mit rund 986.400 Einwohnern (2007). Sie ist das administrative und wirtschaftliche Zentrum der unteren Wolga. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Industriezentrum.

Durch die Schlacht von Stalingrad, den für das Deutsche Reich symbolischen Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges im Winter 1942/43, ging Wolgograd in die Geschichte ein.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Klimadiagramm von Wolgograd[1]

Geografische Lage

Wolgograd liegt 1.075 km südöstlich von Moskau am rechten Ufer der Wolga, rund 400 km nördlich der Mündung des Flusses ins Kaspische Meer. Die Stadt erstreckt sich in einer Breite von bis zu 10 km über 100 km am Ufer der Wolga entlang.

Geschichte

Die Stadt wurde 1589 als Festung gegründet, die Russland vor den Nomaden aus dem Süden schützen sollte. Die ursprüngliche Bezeichnung der Stadt ist Zarizyn (Царицын), aus dem Tatarischen sari tschin (gelber Sand) abgeleitet. Die Stadt wurde zweimal von aufständischen Kosaken eingenommen, 1670 unter Stenka Rasin und 1774 unter Jemeljan Pugatschow. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Zarizyn zu einem wichtigen Handelszentrum, vor allem als Zentrum der Ölförderung aus Baku (Aserbaidschan). Im Bürgerkrieg 1917–1920 gab es hier erbitterte Kämpfe, denn die Stadt befand sich an der Kreuzung der Transportwege von Lebensmitteln vom Süden des Landes nach Moskau und Petrograd.

1925 wurde sie in Stalingrad (Stalinstadt) umbenannt. 1942–1943 wurde die Stadt in der Schlacht von Stalingrad vollständig zerstört. Der Wiederaufbau begann gleich nach ihrer Befreiung 1943. Im Rahmen der Entstalinisierung wurde der Name 1961 in Wolgograd geändert. In jüngster Zeit mehren sich (nationalistische) Stimmen, die Stadt wieder in Stalingrad umzubenennen, um auf die historische Dimension der Ereignisse von 1943 hinzuweisen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

„Mutter Heimat ruft auf“ in Wolgograd

Die Stadt ist von der typischen Architektur der 1950er und 1960er Jahre der Sowjetunion geprägt. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt zählen die Wolga und die Gedenkstätte der Schlacht von Stalingrad, der Mamajew-Hügel, auch Mamaj-Hügel genannt. Im südlichsten Stadtteil von Wolgograd (in Krasnoarmeisk) liegt die ehemalige deutsche Siedlung Alt Sarepta, die 1765 von der Herrnhuter Brüdergemeine gegründet wurde. Nicht weit davon entfernt, direkt an der Einmündung des Wolga-Don-Kanales in die Wolga, steht die größte Lenin-Statue Russlands.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das moderne Wolgograd ist heute nach wie vor ein wichtiges industrielles Zentrum Russlands. Wichtige Industriezweige sind Schiffbau, Schwarz- und Buntmetallverarbeitung, Erdölverarbeitung, Stahl- und Aluminiumproduktion, Anlagen- und Maschinenbau, sowie Holz,- Nahrungsmittel und chemische Industriebetriebe. Des weiteren befindet sich nördlich der Stadt ein großes Laufwasserkraftwerk, das Wasserkraftwerk Wolgograd.

Es war geplant, in Wolgograd ein Kernkraftwerk mit Fernwärmeproduktion zu bauen.[2] Die Pläne für zwei Blöcke wurden jedoch gestoppt.[3][4]

Verkehr

Der Hauptbahnhof von Wolgograd

Wolgograd unterhält ein großes Straßenbahnnetz und seit 1984 eine Stadtbahn (russ. Skorostnoi Tramwai, siehe unter Stadtbahn Wolgograd) mit 13,5 km Streckenlänge, davon 3,3 km im Tunnel.

Flughafen

Der Flughafen von Wolgograd hat seit der Selbständigkeit der angrenzenden ehemaligen Sowjet-Republiken stark von seiner Bedeutung als zentrale Drehscheibe im Süden Russlands eingebüßt. Bis auf die Sommermonate, wo noch einige Direktflüge ins Ausland existieren, geht der gesamte Flugverkehr ins Ausland zentral über die Moskauer Flughäfen Moskau-Scheremetjewo, Moskau-Domodedovo und Moskau-Wnukowo.

Bildung

  • Filiale der Internationalen Akademie für Unternehmertum
  • Filiale der Internationalen Slawischen G.-R.-Derschawin-Universität (des Instituts)
  • Filiale der Staatlichen Handelsuniversität Moskau
  • Filiale der Universität für Verbraucherkooperation Moskau
  • Filiale der Staatlichen Akademie für Wasserstraßenverkehr des Wolgagebiets
  • Filiale des Allrussischen Ferninstituts für Finanzen und Ökonomie
  • Hochschule der Untersuchungsbehörden des Innenministeriums
  • Institut für Jugendpolitik und Sozialarbeit
  • Institut für Kunst und Kultur Wolgograd
  • Juristisches Institut Wolgograd
  • Modernes Geisteswissenschaftliches Institut
  • Orthodoxe Universität des Ehrwürdigen Sergius von Radonesch (Сергей Радонежский)
  • Sozialpädagogisches Kolleg
  • Städtisches Institut der Künste
  • Technologisches Kolleg
  • Akademie für den Staatsdienst Wolgograd
  • Institut für Ökonomie, Soziologie und Recht Wolgograd
  • Juristisches Institut Wolgograd des Innenministeriums Russlands
  • Medizinakademie Wolgograd
  • Staatliche Universität für Architektur und Bauwesen Wolgograd
  • Staatliche Landwirtschaftliche Akademie Wolgograd
  • Staatliche Pädagogische Universität Wolgograd
  • Staatliche Sportakademie Wolgograd
  • Staatliche Technische Universität Wolgograd
  • Staatliche Universität Wolgograd
  • Städtisches Kunstinstitut Wolgograd

Politik

Bürgermeister

Zum Oberbürgermeister von Wolgograd wurde 2007 Roman Grebennikow gewählt.

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Quellen

  1. Geoklima 2.1
  2. A. Panasenkov, V. G. Sychev, K. Mensel: A promising area for collaboration : Nuclear heat supply systems in CMEA countries. IAEA Bulletin, Volume 26, Issue 4, Wien 1984. S. 22 – 28 [1]
  3. Das Kernkraftwerk Wolgograd 1 auf der PRIS der IAEA (englisch)
  4. Das Kernkraftwerk Wolgograd 2 auf der PRIS der IAEA (englisch)

Weblinks

Commons Commons: Wolgograd – Bilder, Videos und Audiodateien






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